Geschichtlichkeit und Historizität

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Was versteht Heidegger unter Geschichtlichkeit und Historizität und wie ergibt sich daraus die Aufgabe einer 'Destruktion der Geschichte der Ontologie'?

Geschichtlichkeit meint eine ontische Verfasstheit des Daseins. a) das Geschehen, in dem sich Dasein vollzieht b) das Vergangene, insofern es das Dasein so bestimmt, wie es aktuell ist und wie es sich und anderes Seiendes versteht Dieses kann i) individuiert ii) auf die 'Generation' bezogen verstanden werden c) das Vergangene, wie es das Zukünftige so bestimmt, indem es Möglichkeiten des Seins erschließt

Historizität ist das Bewusstwerden des Daseins bzgl. seiner Geschichtlichkeit, und damit das Interesse des Betreibens von Historie. Unhistorische Zeiten sind gleichwohl geschichtlich.

Tradition führt zu Selbstverständlichkeiten, die den Zugang zu deren Herkunft verschüttet. Die Tradition verdeckt insofern die Geschichtlichkeit.

Auch die Frage nach dem Sein unterliegt denselben Strukturen der Geschichtlichkeit des Daseins. Wenn Ontologie vom Dasein her erschlossen wird, muss dessen Geschichtlichkeit mitberücksichtigt werden und die Selbstverständlichkeiten der ontologischen Tradition müssen aufgedeckt werden. Nicht die Vergangenheit soll dabei 'destruiert' werden, sondern ihr blinder Einfluss. Vgl. Destruktion der Geschichte der Ontologie