Welt, Weltlichkeit

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"»Weltlichkeit« ist ein ontologischer Begriff und meint die Struktur eines konstitutiven Momentes des In-der-Welt-seins. Dieses aber kennen wir als existenziale Bestimmung des Daseins. Weltlichkeit ist demnach selbst ein Existenzial. Wenn wir ontologisch nach der »Welt« fragen, dann verlassen wir keineswegs das thematische Feld der Analytik des Daseins. »Welt« ist ontologisch keine Bestimmung des Seienden, das wesenhaft das Dasein nicht ist, sondern ein Charakter des Daseins selbst. Das schließt nicht aus, daß der Weg der Untersuchung des Phänomens »Welt« über das innerweltlich Seiende und sein Sein genommen werden muß. Die Aufgabe einer phänomenologischen »Beschreibung« der Welt liegt so wenig offen zutage, daß schon ihre zureichende Bestimmung wesentliche ontologische Klärungen verlangt." (SZ, S. 64)

Terminologosch wird Welt verstanden als das 'worin' ein faktisches Dasein als dieses 'lebt' (vgl. SZ, S. 65) (öffentliche Wir-Welt, eigene Umwelt)

"Die Abwandlung »weltlich« meint dann terminologisch eine Seinsart des Daseins und nie eine solche des »in« der Welt vorhandenen Seienden. Dieses nennen wir weltzugehörig oder innerweltlich." (SZ, S. 65)

Sind damit Wendungen zulässig wie 'Weltlichkeit des Daseins' (szs. als Bezug auf die Art des zur Welt gewandt seins). Heidegger verwendet aber auch die Wendung 'Weltlichkeit der Welt' oder dergleichen. Soweit die Welt in terminologischer Rede hier immer als existentiales Moment des Daseins verstanden werden muss, meint offenbar auch dies die Struktur, mittels derer Dasein zu seiner Welt gewandt ist.

"»Natur« als der kategoriale Inbegriff von Seinsstrukturen eines bestimmten innerweltlich begegnenden Seienden vermag nie Weltlichkeit verständlich zu machen. Aber auch das Phänomen »Natur« etwa im Sinne des Naturbegriffes der Romantik ist erst aus dem Weltbegriff, d. h. der Analytik des Daseins her ontologisch faßbar." (SZ, S. 65)