Martin Heidegger

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Eckdaten

1889 in Meßkirch (Baden) geboren 1909-1913 Studium Philosophie und kath. Theologie

1913 in Philosophie promoviert. "Die Lehre vom Urteil im Psychologismus" (neuthomistischer und neukantianischer Ansatz), bei Schneider und Rickert

Habilitationsschrift "Die Kategorien- und Bedeutungslehre des Duns Scotus" (erste Bezüge zu Husserls logische Untersuchungen)

1923 außerordentlicher Professor in Marburg (Zentrum neukantianischer Philosophie)

1927 Nachfolger Husserls als ordentlicher Professor in Freiburg

1927 Hauptwerk Sein und Zeit erschienen

1930 sog. „Kehre" seines Werks (Abkehr von abendländ. Metaphysik; Reflexionen über Dicht- und Kunstwerke)

1933 zum Rektor der Freiburger Universität gewählt; tritt am 1. Mai in die NSDAP ein. 1934 Öffentliches Engagement für Nationalsozialismus

1945-1951 Lehrverbot

1976 Tod in Freiburg

Warum Heidegger heute lesen?

- Einfluss (Phänomenologie, Existenzphilosophie, Hermeneutische Philosophie, konstruktive Wissenschaftstheorie, zudem in vielen eher humanwissenschaftlichen Einzelwissenschaften)

- Pragmatisches Denken; im Handeln fundierter Ansatz philosophischer Begründungen

- Anspruchsvolles Begründungsprojekt in Nachfolge Kants und Husserls wird fortgeführt (und dafür generalüberholt)

- Ansätze zu Technikphilosophie


Heideggers Verwicklung mit dem Nationalsozialismus

"Tatsache ist, daß Heidegger im April 1933 zum Rektor der Freiburger Universität gewählt wurde und am 1. Mai in die NSDAP eintrat; in den folgenden Monaten setzte er sich in öffentlichen Reden massiv für das politische Programm der Nationalsozialisten ein, wandte sich jedoch andererseits z. B. gegen den Boykott jüdischer Kollegen. Als die Machthaber die Entbindung politisch nicht genehmer Professoren von ihren Pflichten verlangten, wehrte sich Heidegger und trat vor Ablauf seiner Amtszeit zurück. Von da an läßt sich ein ablehnendes Verhältnis zur NS-Ideologie aus seinen Schriften und Vorlesungstexten entnehmen. Die französischen Besatzungsmächte haben nach 1945 die Parteinahme Heideggers für den Nationalsozialismus 1933/34 immerhin für so gravierend gehalten, daß sie zeitweise ein Lehrverbot (bis 1951) aussprachen." (Gethmann 1993, S. 17)


Heidegger und Antisemitismus

"schwarze Hefte"

Literaturempfehlungen

Gethmann, Carl Friedrich (1993): Dasein -- Erkennen und Handeln: Heidegger im phanomenologischen Kontext. Berlin/New York, De Gruyter.

Vetter,Helmuth (2014): Grundriss Heidegger. Ein Handbuch zu Leben und Werk. Meiner, Hamburg.

Trawny, Peter (2016): Martin Heidegger : Eine kritische Einführung. Klostermann.

Marion Heinz | Tobias Bender (Hrsg.) (2018): Sein und Zeit neu verhandelt. Untersuchungen zu Heideggers Hauptwerk. Meiner, Hamburg.

Oliver Precht (2020): Heidegger. Zur Selbst- und Fremdbestimmung seiner Philosophie. Meiner, Hamburg.