Ortho & Graf: Ermittlungen wider den Zweifel seit 1901

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1. Ortho & Graf: ein Traditionsunternehmen mit Zukunft

2. Die orthographische Norm: auch ein Traditionsunternehmen mit Zukunft

3. Unser Selbstverständnis

4. Unser Einführungsangebot (SCHNÄPPCHEN-ALARM!)

Bildnachweise

 Ortho & Graf: ein Traditionsunternehmen mit Zukunft

(Auszug aus der Wikipedia)

Julius Freiherr von Graf (1872-1925) [1]
Im Jahr 1901 begegneten sich am Rande der Orthographischen Konferenz in Berlin zwei junge Menschen, Orthozée Della Cour und Julius Freiherr von Graf, und entdeckten nicht nur romantische Neigungen zueinander, sondern auch ihre gemeinsame Begeisterung für die tieferen Zusammenhänge von Schrift und Schreibung.
Orthozée von Graf, geb. Della Cour (1880-1941) [2]
Gemeinsam machten sie es sich zur Aufgabe, ihren schreibenden Zeitgenossen in Zweifelsfällen mit kundigem Rat und aufklärerischer Tat zur Seite zu stehen und auf diese Weise der kodifizierten Schreibnorm zu Akzeptanz und Wirkung zu verhelfen. Im Schatten ihres ungleich prominenteren Zeitgenossen Konrad Duden gründeten sie im November 1901 am Westfälischen Hellweg die erste Dépendance ihrer Ermittlungsagentur wider den Zweifel, in der sie, zunächst als Familienunternehmen, gegen geringes Entgelt die Klärung rechtschreiblicher Zweifelsfälle als Dienstleistung anboten. Rechtschreibung sollte, so ihr Credo, für jedermann erschwinglich und verständlich sein.
Bundeskanzler Willy Brandt empfängt 1971 eine Ermittlerdelegation von Ortho & Graf (rechts im Bild) im Garten des Kanzleramts in Bonn. [3]
Im Jahr der Reform 1996 wurde das Unternehmen in Erinnerung an die beiden Gründer in Ortho & Graf umbenannt und in der Folge von deren Erbengemeinschaft zu einer modernen Ermittlungsbehörde umgebaut, die zahlreiche Spezialermittler beschäftigt, die in verschiedenen, nach Sachgebieten gegliederten Dezernaten operieren.

Bezüglich seiner Klienten wahrt das Unternehmen seit jeher äußerste Diskretion. Dennoch sind über zufällig aufgenommene Fotos im Lauf der Jahre einige prominente Auftraggeber bekannt geworden. So soll sich unter anderem eine annähernd dreistellige Zahl von Spitzenpolitikern und Regierungschefs aus aller Welt der Dienste von Ortho & Graf bedient haben - eine Zahl, die zeigt, dass orthographisches Zweifeln nicht nur den vielbeschworenen "einfachen Mann auf der Straße" betrifft. "Zweifeln", so Orthozée Della Cour in einem Brief an Konrad Duden vom September 1903, "ist dem Schreiben inhärent. Man kann sogar sagen: Nur wer des Zweifelns fähig ist, wird sein Schreiben zur Perfektion bringen. Dies zu fördern ist, wonach unser Unternehmen strebt, wonach Julius strebt, wonach ich strebe. Ach Konrad, wie sehr wird er doch häufig unterschätzt, der Zweifel als Weberschiffchen der Erkenntnis!"

Im Jahr 2016 feierte das Unternehmen den 115. Jahrestag seiner Gründung. Seit kurzer Zeit können orthographische Zweifelsfälle endlich auch online an die Ermittler gemeldet werden.

 Die orthographische Norm: auch ein Traditionsunternehmen mit Zukunft

Die amtliche orthographische Norm genießt in der Gesellschaft hohes Ansehen: In vielen gesellschaftlichen Bereichen und Handlungskontexten wird erwartet, dass man, wenn man sich schriftlich äußert, dies in Übereinstimmung mit den Regeln tut, die im Amtlichen Regelwerk und Wörterverzeichnis festgelegt sind.

Und das ist auch gut so: Die orthographische Norm ist weder eine Erfindung von Sprachwissenschaftlern noch ein von oben verordnetes Gängelinstrument. Sie ist eine Lösung für die Anforderung, Sprache mit den Mitteln unseres Schriftsystems graphisch zu repräsentieren. Diese Lösung hat sich über Jahrhunderte im gesellschaftlichen Umgang mit Schrift herausgebildet. Weil sie sich in vielen Schreibsituationen stets aufs Neue bewährt hat, wird sie gesellschaftlich weiterüberliefert. Seit 1901 wird die Überlieferung der orthographischen Norm durch eine amtliche Regelung unterstützt. Diese soll gewährleisten, dass die Schreibung des Deutschen in Schulen einheitlich unterrichtet wird. Schreibanfänger wollen an unserer Schriftkultur teilhaben und mit ihren schriftlichen Äußerungen verstanden werden. Wenn jeder schriebe, wie er oder sie wollte, würde erfolgreiches schriftsprachliches Handeln mühsamer - und störanfällig.

Und das ist der Punkt, auf den es ankommt: Die Orientierung an einer gemeinsamen, gesellschaftlich als verbindlich erachteten Norm stellt sicher, dass wir uns im Schriftverkehr verstehen und minimiert das Risko für Missverständnisse. Zugleich unterstützt sie die Leser dabei, geschriebene Texte so zu verstehen, wie es die Schreiberinnen und Schreiber beabsichtigt haben. Denn Texte sind dafür gemacht, verstanden zu werden - und zwar typischerweise in einer Lesesituation, bei der die Autorin oder der Autor des Textes nicht anwesend ist. Trotz ihrer langen Geschichte ist die orthographische Norm dabei hochaktuell: Sie ist heute ebenso wichtig wie gestern, möglicherweise sogar wichtiger denn je. Denn es werden heute viel mehr Texte geschrieben als früher. Die Befähigung zum kompetenten Umgang mit schriftlichen Texten - schreibend und lesend - ist ein wesentlicher Baustein für beruflichen Erfolg und für die Teilhabe an der Wissensgesellschaft.

Ist die Beachtung aller Aspekte der orthographischen Norm in allen Formen des Schriftverkehrs gleichermaßen wichtig?

Die Beachtung der orthographischen Norm ist nicht in allen Bereichen schriftlichen Handelns in gleicher Weise zwingend. Unabdingbar ist ihre Beachtung da, wo es darum geht, eine schriftliche Äußerung zu gestalten, die im zeitlichen Distanzbereich verstanden werden soll. Hier ist es wichtig, dass die Äußerung verstanden werden kann, ohne dass die Leserin oder der Leser Rückfragen stellen muss. Solche Äußerungen bezeichnen wir üblicherweise als Texte.

Im Internet und auf dem Smartphone nutzen wir Schrift aber häufig auch für andere Zwecke: In WhatsApp- oder SMS-Nachrichten, bei der privaten Kommunikation in sozialen Netzwerken oder Online-Foren tauschen wir mit Bekannten kurze, schriftliche Nachrichten aus, um uns dialogisch zu verständigen. Hier können die Leser rückfragen, wenn sie etwas nicht verstehen. Hier ist die Schnelligkeit und Spontaneität der Reaktion häufig wichtiger als die sprachliche Form. Deshalb werden beim Schreiben privater Chat-, SMS- und WhatsApp-Nachrichten oder von privaten Postings auf Facebook oder in Online-Foren bisweilen bestimmte Bereiche der orthographischen Norm weniger strikt beachtet als beim Schreiben von Texten. Das bedeutet nicht, dass Orthographie beim Verfassen von Chat- und WhatsApp-Nachrichten keine Rolle spielt. Es bedeutet aber, dass die Anforderung "Die Äußerung muss ohne Möglichkeit zu Rückfragen verstehbar sein" weniger akut ist als beim Schreiben eines Textes. Aufgrund der dialogischen, interaktionalen Einbettung können wir es uns beim SMS- und WhatsApp-Schreiben innerhalb gewisser Grenzen erlauben, bestimmte Bereiche der orthographischen Norm (z.B. die Regeln für die Groß- und Kleinschreibung oder für die Interpunktion) liberaler zu handhaben als wir es beim Verfassen von Texten tun - natürlich immer vorausgesetzt, die Kommunikation wird dadurch nicht behindert.

 Unser Selbstverständnis

  • Ortho & Graf klärt Zweifelsfälle in allen Belangen der schriftlichen Kommunikation mit Texten.
    Darunter fallen orthographische Zweifelsfälle und Fehlschreibungen in Texten aller Art: in der Zeitung, in Büchern, auf Plakaten und Flyern, auf Hauswänden, in Speisekarten, in Aufsätzen, in schriftlichen Referaten und Hausarbeiten - und nicht zuletzt beim eigenen Schreiben. Wichtig ist dabei: Ein Zweifelsfall ist das, worüber man selbst ins Zweifeln oder Grübeln gerät - etwas, das einen beunruhigt. Das einen mit Fragen zur Korrektheit bestimmter Schreibungen und Schreibalternativen konfrontiert. Etwas, das einen in die Reflexion über sprachliche Strukturen und Funktionen führt.
  • Ortho & Graf ist keine Sprachpolizei.
    Niemand kann bestraft werden, wenn er im Alltag normabweichend schreibt. Ortho & Graf klärt Zweifelsfälle und erklärt Fehlschreibungen mit dem Ziel, seinen Auftraggebern verständlich zu machen, wie (d.h. durch Anwendung welcher Regel oder welcher grammatischen Operationen) ein Zweifelsfall zu klären ist und eine bestimmte Fehlschreibung künftig vermieden werden kann. Ziel der Ermittlungsarbeit ist es, Begründungen zu Schreibungen und Fehlschreibungen zu liefern. Dazu nutzen unsere Ermittler verschiedene Werkzeuge, die in der Abteilung Forensik bereitstehen - allen voran das amtliche Regelwerk der deutschen Orthographie, sekundär aber auch grammatische Operationen.
  • Ortho & Graf ist nicht zuständig für eine Kritik der Angemessenheit individuellen Schreibgebrauchs.
    Ob der Grad der Orientierung an der orthographischen Norm im Einzelfall angemessen ist oder nicht, lässt sich nicht unter Absehung von situativen Faktoren bewerten. Das gilt in besonderer Weise für die schriftliche, dialogische Kommunikation im Netz. Zweifelsfälle und Fehlschreibungen aus der Netzkommunikation werden daher von unseren Ermittlern nur dann behandelt, wenn es sich um Zweifelsfälle handelt, die nicht der Schnelligkeit der Schriftproduktion in privater Freizeitkommunikation geschuldet sind, sondern die sich auch in Bezug auf die schriftliche Sprachverwendung in Texten stellen könnten (z.B. Fragen wie "Müsste bekannt gegeben in Beispiel X nicht zusammengeschrieben werden?"). Ermittlungsanfragen der Art "Ist das nicht schlechter Sprachgebrauch? Darf man im Netz so schreiben?" wird Ortho & Graf ablehnen. Fragen dieser Art sind nicht Aufgabe einer Behörde, die sich als Ratgeberin zum orthographischen System versteht, sondern haben damit zu tun, dass Normen unter unterschiedlichen situativen Bedingungen von den Sprachverwendern als mehr oder weniger stark bindend erachtet werden bzw. dass in unterschiedlichen Situationen unterschiedliche Normen und Normerwartungen gelten. (Mehr zu diesem Thema...)

 Unser Einführungsangebot (SCHNÄPPCHEN-ALARM!)

Mehr als ein Jahrhundert nach seiner Gründung bietet Ortho & Graf ab sofort seine Dienste auch online an.

Zur Einführung unserer Online-Dépendance übernehmen wir in den kommenden Monaten alle Ermittlungsaufträge gratis! Dieses einmalige Angebot sollten Sie sich nicht entgehen lassen!

Und was noch schöner ist: Für die Zahl der Aufträge pro Auftraggeber gibt es keine Begrenzung. Überschwemmen Sie unsere Online-Ermittler mit Arbeit und testen Sie, wie leistungsfähig wir sind!

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 Bildnachweise

[1] Wikimedia Commons (gemeinfrei)
[2] Wikimedia Commons (gemeinfrei)
[3] Bundesarchiv, B 145 Bild-F034159-0015 / Engelbert Reineke / CC-BY-SA 3.0; Herkunft: Wikimedia Commons)
[4] Wikimedia Commons / Erkaha / CC-BY-SA-4.0; Herkunft: Wikimedia Commons