Laut-Buchstaben-Zuordnung: Konsonanten: Auslautverhärtung und Besonderheiten (§ 23 - § 31)

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Auslautverhärtung und Wortausgang -ig

Auslautverhärtung und Wortausgang -ig: § 23

§ 23
Die in großen Teilen des deutschen Sprachgebiets auftretende Verhärtung der Konsonanten [b], [d], [ɡ],[v] und [z] am Silbenende sowie vor anderen Konsonanten innerhalb der Silbe wird in der Schreibung nicht berücksichtigt.
E1:
Bei vielen Wörtern kann die Schreibung aus der Aussprache erweiterter Formen oder verwandter Wörter abgeleitet werden, in denen der betreffende Konsonant am Silbenanfang steht, zum Beispiel:
Konsonant am Silbenende usw. Konsonant am Silbenanfang
Lob, löblich, du lobst Lobes, belobigen (aber Isotop-Isotope)
trüb, trübselig, eingetrübt trübe, eintrüben (aber Typ – Typen)
Rad, Radumfang Rades, rädern (aber Rat – Rates)
absurd absurde, Absurdität (aber Gurt - Gurte)
Sieg, siegreich, er siegt siegen (aber Musik – musikalisch)
Trug, er betrog, Betrug betrügen (aber Spuk – spuken)
gläubig gläubige (aber Plastik – Plastiken)
Möwchen Möwe (aber Öfchen – Ofen)
naiv, Naivling, Naivheit Naive, Naivität (aber er rief – rufen)
Preis, preislich, preiswert Preise (aber Fleiß – fleißig)
Haus, häuslich, behaust Häuser (aber Strauß – Sträuße)
E2:
Bei einer kleinen Gruppe von Wörtern ist es nicht oder nur schwer möglich, eine solche Erweiterung durchzuführen oder eine Beziehung zu verwandten Wörtern herzustellen. Man schreibt sie trotzdem mit b, d, g bzw. s, zum Beispiel: ab, Eisbein (Eis – Eises), flugs (Flug), Herbst, hübsch, jeglich, Jugend, Kies (Kiesel), Lebkuchen, morgendlich, ob, Obst, Plebs (Plebejer), preisgeben, Rebhuhn, redlich (Rede), Reis (Reisig), Reis (= Korn; Reise fachsprachlich = Reissorten; aber Grieß), ihr seid (aber seit), sie sind, und, Vogt, weg (Weges), weissagen (weise)

Auslautverhärtung und Wortausgang -ig: § 24

§ 24
Für den Laut [ç] schreibt man regelmäßig g, wenn erweiterte Formen am Silbenanfang mit dem Laut [ɡ] gesprochen werden.

Das betrifft Wörter wie:

ewig, Ewigkeit (wegen ewige), gläubig (wegen gläubige); aber unglaublich (wegen unglaubliche); heilig, Käfig, ruhig

E:
In einigen Sprachlandschaften wird -ig mit [k] gesprochen; dann gilt § 23.

Besonderheiten bei [s]

Besonderheiten bei [s]: § 25

§ 25
Für das scharfe (stimmlose) [s] nach langem Vokal oder Diphthong schreibt man ß, wenn im Wortstamm kein weiterer Konsonant folgt.

Das betrifft Wörter wie:

Maß, Straße, Grieß, Spieß, groß, grüßen; außen, außer, draußen, Strauß, beißen, Fleiß, heißen

Ausnahme: aus

Zur Schreibung von [s] in Wörtern mit Auslautverhärtung wie Haus, graziös, Maus, Preis siehe § 23.

E1:
In manchen Wortstämmen wechselt bei Flexion und in Ableitungen die Länge und Kürze des Vokals vor [s]; entsprechend wechselt die Schreibung ß mit ss. Beispiele:

fließen – er floss – Fluss – das Floß

genießen – er genoss – Genuss

wissen – er weiß – er wusste

E2:
Steht der Buchstabe ß nicht zur Verfügung, so schreibt man ss. In der Schweiz kann man immer ss schreiben. Beispiel: Straße – Strasse
E3:
Bei Schreibung mit Großbuchstaben schreibt man SS, zum Beispiel: Straße – STRASSE. Daneben ist auch die Schreibung des Großbuchstabens möglich. Beispiel: Straße - STRASSE - STRAẞE.

Besonderheiten bei [s]: § 26

§ 26
Folgt auf das s, ss, ß, x oder z eines Verb- oder Adjektivstammes die Endung -st der 2. Person Singular bzw. die Endung -st(e) des Superlativs, so lässt man das s der Endung weg.

Das betrifft Wörter wie:

du reist (zu reisen), du hasst (zu hassen), du reißt (zu reißen), du mixt (zu mixen), du sitzt (zu sitzen); (groß – größer –) größte

Besonderheiten bei [ʃ]

Besonderheiten bei [ʃ]: § 27

§ 27
Für den Laut [ʃ] am Anfang des Wortstammes vor folgendem [p] oder [t] schreibt man s statt sch.

Das betrifft Wörter wie:

spielen, verspotten; starren, Stelle, Stunde

Besonderheiten bei [ŋ]

Besonderheiten bei [ŋ]: § 28

§ 28
Für den Laut [ŋ] vor [k] oder [ɡ] im Wortstamm schreibt man n statt ng.

Das betrifft Wörter wie:

Bank, dünken, Enkel, Schranke, trinken; Mangan, Singular

Besonderheiten bei [f] und [v]

Besonderheiten bei [f] und [v]: § 29

§ 29
Für den Laut [f] schreibt man v statt f in ver- (wie in verlaufen) sowie am Anfang einiger weiterer Wörter.

Das betrifft Wörter wie:

Vater, Veilchen, Vettel, Vetter, Vieh, viel, vielleicht, vier, Vlies, Vogel, Vogt, Volk, voll (aber füllen), von, vor, vordere, vorn

Dazu kommen: Frevel, Nerv (Nerven)

Besonderheiten bei [f] und [v]: § 30

§ 30
Für den Laut [v] schreibt man in Fremdwörtern regelmäßig und in wenigen eingebürgerten Entlehnungen v statt w.

Das betrifft Wörter wie:

privat, Revolution, Universität, Virus, zivil, Malve, Vase; Suffix bzw. Endung -iv, -ive: Aktivität, die Detektive, Motivation; Initiative, Perspektive

E:
Bei einigen Wörtern schwankt die Aussprache von v zwischen [v] und [f] wie bei Initiative, Larve, Pulver, evangelisch, Vers, Vesper, November, brave.

Besonderheiten bei [ks]

Besonderheiten bei [ks]: § 31

§ 31
Für die Lautverbindung [ks] schreibt man in einigen Wortstämmen ausnahmsweise chs bzw. ks statt x.

Das betrifft Wörter wie:

Achse, Achsel, Büchse, Dachs, drechseln, Echse, Flachs, Fuchs, Lachs, Luchs, Ochse, sechs, Wachs, wachsen, Wechsel, Weichsel[kirsche], wichsen

Keks, schlaksig

E:
Die bei Flexion und in Ableitungen entstehende Lautverbindung [ks] wird je nach dem zugrunde liegenden Wort gs, ks oder cks geschrieben, zum Beispiel: du hegst (wegen hegen), du hinkst (wegen hinken), Streiks (wegen Streik), Häcksel (wegen hacken)