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Aus Studentische Lehrveranstaltungsbewertung
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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

Die studentische Lehrveranstaltungsbewertung (LVB) ist ein zentrales Instrument zur Qualitätsentwicklung und -sicherung im Bereich von Studium und Lehre an der Universität Duisburg-Essen (UDE). Das Verfahren der LVB wird in §3 der Ordnung für die Verfahren zum Qualitätsmanagement und zur Qualitätssicherung von Studium und Lehre sowie für Evaluationen (QM-Ordnung) geregelt. Das Zentrum für Hochschulqualitätsentwicklung (ZHQE) koordiniert das Verfahren und unterstützt die Beteiligten bei der Vorbereitung und Durchführung.

Die LVB wurde im Verlauf der letzten Jahre an der UDE flächendeckend im Sinne eines Feedbackinstruments für Lehrende, Studiengangverantwortliche und Fakultäten implementiert und zum Regelangebot ausgebaut.[1]. Grundlage bilden die gesetzlichen Vorschriften sowohl auf Bundes- wie auch auf Landesebene (vgl. § 6 HRG und § 7 Abs. 2 HG NRW). Weiterhin ergeben sich Impulse zur Systematisierung und Implementierung von Qualitätssicherungsverfahren im Bereich von Studium und Lehre auch aus den Vorgaben zur (Re-)Akkreditierung von Studiengängen bzw. der Systemakkreditierung (vgl. Beschluss des Akkreditierungsrats vom 08.12.2009, zuletzt geändert am 20.02.2013).

Im Folgenden wird der Prozess der LVB an der UDE dargestellt und beschrieben. Das Handbuch richtet sich gleichermaßen an Fakultätsleitungen, Verantwortliche für die Lehrveranstaltungsbewertung in den Fakultäten/Lehreinheiten/Fächern sowie Lehrende und Studierende, die sich über das Verfahren und die Hintergründe der LVB informieren möchten.

2. Zielsetzung und Nutzen der Lehrveranstaltungsbewertung (LVB)

Ziel der LVB ist, die Qualität der Lehre zu sichern und bei Bedarf weiterzuentwickeln. Grundlage hierfür sind Studierendenbefragungen, durch die Lehrende auf individueller Ebene ein strukturiertes studentisches Feedback erhalten, mit dem die bereits meist hohe Qualität der Lehre an der UDE manifestiert und – in deutlich weniger Fällen – Verbesserungspotenziale identifiziert werden können. Die LVB fokussiert hierzu bewusst auf einem Feedback- und Diskursansatz und dient ausdrücklich nicht dazu, die Qualität der Lehre zu ‚messen‘ oder eine Basis für Mitteldistribution zu sein. Vielmehr sollen die an der LVB beteiligten Lehrenden und Studierenden in die Lage versetzt werden, bei Bedarf datenbasiert und eigenständig Maßnahmen für Bereiche abzuleiten, die sie betreffen und die sie selbst beeinflussen können. Des-halb sind die Fragebögen so aufgebaut, dass Lehrveranstaltungen von Studierenden bspw. hinsichtlich der didaktischen Konzeption und Umsetzung eingeschätzt und sowohl Lob als auch Verbesserungsvorschläge über Freitextfelder geäußert werden können. Eine anschließende veranstaltungsinterne Diskussion der Ergebnisse entspricht einer qualitativen und detaillierten Ergebnisanalyse, welche die Studierenden- und Lehrendenperspektive berücksichtigt. Gleichwohl bietet die LVB darüber hinaus die Möglichkeit, über dem individuellen Feedback für die einzelnen Lehrenden hinaus auf (fakultäts-, lehreinheits- und/oder fachspezifisch) aggregierter Ebene die Erreichung von bestimmten und definierten Qualitätsstandards zu überprüfen: Hierzu gehören vor allem Einschätzungen zum Lerneffekt, die Angemessenheit des Umfangs der Inhalte, von Leistungsanforderungen und Schwierigkeitsgrad, der studentischen Beteiligung, der Kompetenzorientierung der Lehre sowie der Gesamteinschätzung.

2.1. Funktion des studentischen Feedbacks

Studentisches Feedback…
 …soll als konstruktive Rückmeldung ermutigen, motivieren und persönliche Lernprozesse fördern.  …soll bei der Fehlersuche und Selbsteinschätzung unterstützen.  …soll dabei helfen, die (eigene) Lehre zu verbessern.

2.2. Nutzen der LVB für Studierenden

  •  Die LVB ist für die Studierenden ein Mittel, Lob und lehrveranstaltungsbezogene Kritik anonym an die Lehrperson zu melden.
  •  Durch die LVB können Schwachstellen in Lehrveranstaltungen benannt und bei der Veranstaltungskonzeption überarbeitet werden. Studentische Bedürfnisse können in die Lehrpraxis integriert werden.
  •  Studierende und Lehrende können die Lehrpraxis kollaborativ und wertschätzend weiterentwickeln.
  •  Durch die Ergebnisdiskussion erhalten die Studierenden noch während des Vorlesungszeitraums Rückmeldung zu den Befragungsergebnissen.

2.3. Nutzen der LVB für Lehrende

  •  Gute Lehre wird manifestiert und anhand von Ergebnisberichten vorzeigbar, z. B. im Rahmen von Lehrportfolios.
  •  Lehrende erfahren, wie ihre Lehre ‚ankommt‘ (gerade in Großveranstaltungen mit wenig direktem Kontakt zu Studierenden).
  •  Lehrende erhalten eine datengestützte Basis für individuelles Weiterbildungspotential sowie die Möglichkeit, die didaktische Kompetenz zu steigern.
  •  Die Auswertung erfolgt schnell und automatisiert, die Ergebnisse liegen innerhalb weniger Tage grafisch aufbereitet vor.

2.4. Nutzen der LVB für Fakultäten/Lehreinheiten/Fächer

  •  Der Aufwand für die LVB wird durch die Serviceorientierung des ZHQE überschaubar.
  •  Die Bereitstellung von lehrveranstaltungsformspezifischen Fragebögen durch das ZHQE, die durch die Fakultäten, Lehreinheiten bzw. Fächer angepasst werden können, trägt zur Akzeptanz und Transparenz des Verfahrens bei.
  •  Das ZHQE bereitet die Ergebnisse der LVB auf und stellt sie grafisch aufbereitet zur Verfügung.

3. Einbindung der LVB ins QM-System der UDE

Das Verfahren der LVB wird durch die QM-Ordnung der UDE geregelt. Als Instrument des hochschulinternen Qualitätsmanagementsystems ist die LVB Teil des systemakkreditieren Qualitätsmanagementsystems der UDE: Aggregierte Ergebnisse der LVB werden in den Qualitätskonferenzen und der Institutionellen Evaluation verwendet.

Hier fehlt Bild zu QM System

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Im Rahmen eines Plan-Do-Check-Act-Zyklus (P Lehrveranstaltungsplanung, D Lehrveranstaltungsdurchführung, C Lehrveranstaltungsbewertung, A Weiterentwicklung der Lehrveranstaltungsplanung) können Lehrende auf individueller Ebene die LVB-Ergebnisse für die Qualitätsentwicklung der eigenen Lehre nutzen: Auf individuellem Wunsch oder aber auch als Folge eines Mitarbeiter/innengesprächs können Lehrende auf Weiterbildungsangebote (z. B. auch des ZHQE) zurückgreifen, die explizit auf Weiterentwicklung der Lehrveranstaltungsplanung und -Durchführung ausgerichtet sind (vgl. http://www.uni-due.de/zfh/lehrberatung.shtml). In diesem Fall werden Lehrende individuell hochschuldidaktisch beraten und sie können gezielt in der Entwicklung ihrer Lehrkompetenz unterstützt werden, was zu einer nachhaltigen Verbesserung der Lehrqualität beiträgt. Ausführliche Informationen zum QM-System mit seinen Instrumenten, Verfahren und Strukturen zur Qualitätssicherung und Evaluation von Studium und Lehre an der UDE entnehmen Sie bitte dem QM-Handbuch.

4. Fragebögen zur LVB

Das ZHQE hat die zur Einführung der studentischen Lehrveranstaltungsbewertung im WiSe 2005/06 konzipierten Fragebögen, die sich an etablierten Standards der Lehrevaluation orientieren, zum WiSe 2011/12 inhaltlich und optisch weiterentwickelt. Im Rahmen eines hochschulinternen Senatsworkshops wurden die weiterentwickelten Instrumente diskutiert und als Standardfragebögen verabschiedet. Da die Lehrveranstaltungsbewertung durch verschiedene Biasvariablen verzerrt sein kann (z. B. Thema der Lehrveranstaltung oder Teilnahmemotivation), werden entsprechende Variablen erhoben. Alle Fragebögen sind in der Papierform nicht länger als zwei Druckseiten, sodass sie auf einem Blatt (beidseitig gedruckt) eingesetzt werden können. Die Fragebögen liegen derzeit für die Lehrveranstaltungsformen Vorlesung, Vorlesung/Übung (kombiniert), Übung, Seminar und Praktikum in deutscher und englischer Sprache vor. Im WiSe 2011/12 sind die neuen Standardfragebögen testweise in fünf Fächern aus drei Fakultäten erstmals zum Einsatz gekommen. Neben optischen Verbesserungen sind im Zuge der Weiterentwicklung neue Fragenkomplexe (z.B. zur Kompetenzorientierung der Lehre und zum Beitrag der Studierenden zum Erreichen der Veranstaltungsziele) aufgenommen worden; redundante Fragen sind entfallen. Zur Überprüfung der weiterentwickelten Instrumente wurden in der Testphase Fragen zur Ausgestaltung des Fragebogens und Freitextfelder integriert, in die die Studierenden Anregungen zum Fragebogen eintragen konnten. Insgesamt fiel die Kritik am Fragebogen überwiegend positiv aus. Durchschnittlich halten über 90% der befragten Studierenden den Fragebogen für gut verständlich und über 80% waren der Meinung, dass der Fragebogen alle relevanten Aspekte für eine Lehrveranstaltungsbewertung abdeckt.

4.1. Anpassung der Fragebögen zur LVB (durch Fakultäten/Lehreinheiten/Fächer)

Die Standardfragebögen der LVB dienen als Grundlage für fakultäts-, lehreinheits- bzw. fachspezifische Anpassungen, die nach Möglichkeit nur in Fällen vorgenommen werden sollten, in denen Fragen nicht mit der Lehrsituation von Fakultäten/Lehreinheiten/Fächern übereinstimmen oder wichtige fakultäts-, lehreinheits- bzw. fachspezifische Aspekte bisher unberücksichtigt sind. Darüber hinaus muss dem ZHQE durch die Fakultäten/Lehreinheiten/Fächer eine Liste mit der Bezeichnung der Studiengänge bereitgestellt werden, aus denen in den zu bewertenden Lehrveranstaltungen Studierende erwartet werden. Hierbei ist zu beachten, dass die Studiengänge eine angemessene Größe aufweisen, sodass bei der Aggregierung auf Studiengangebene eine ausreichende Datengrundlage gewährleistet werden kann. Es bietet sich an, kleinere, inhaltsnahe Studiengänge bereits vorab zusammenzufassen. Nur so können durch das ZHQE studiengangspezifische Aggregierungen erstellt werden. Eine Anpassung von Fragebögen für einzelne Lehrveranstaltungen oder Lehrende ist nicht möglich.

PLATZHALTER 4.2. Standardfragebogen für Vorlesungen PLATZHALTER 4.3. Standardfragebogen für Vorlesungen (englische Version) PLATZHALTER 4.4. Standardfragebogen für Vorlesung/Übung (kombiniert) PLATZHALTER 4.5. Standardfragebogen für Vorlesung/Übung (kombiniert, englische Version) PLATZHALTER 4.6. Standardfragebogen für Seminare PLATZHALTER 4.7. Standardfragebogen für Seminare (englische Version) PLATZHALTER 4.8. Standardfragebogen für Übungen PLATZHALTER 4.9. Standardfragebogen für Übungen (englische Version) PLATZHALTER 4.10. Standardfragebogen für Praktika PLATZHALTER 4.11. Standardfragebogen für Praktika (englische Version) PLATZHALTER 4.12. Standardfragebogen für Lehrveranstaltungen mit Blended-Learning-Anteilen

5. Prozessbeschreibung der LVB

Im Folgenden werden der Prozess der Organisation sowie die Zeitplanung der LVB beschrieben, wenn diese in den beteiligten Fakultäten/Lehreinheiten/Fächern mit der Unterstützung des ZHQE zentral organisiert wird. Hierzu werden dem ZHQE von den Fakultäten/Lehreinheiten/Fächern Ansprechpersonen genannt, die die Koordination und Organisation der LVB in den Fakultäten/Lehreinheiten/Fächern übernehmen. Die Zeitplanung orientiert sich an einem vom ZHQE empfohlenen Durchführungszeitpunkt der LVB nach ca. ⅔ der Vorlesungszeit und berücksichtigt den zeitlichen Aufwand der Fakultäten/Lehreinheiten/Fächer für die Organisation der LVB genauso wie dem des ZHQE zur Erstellung der Befragungen, der Datenerfassung sowie dem Versand der Ergebnisberichte. Die interne Organisation der LVB liegt in der Verantwortung der Fakultäten/Lehreinheiten/Fächer. Hierzu gehören vor allem auch der Druck von Fragebögen sowie die Durchführung der Befragungen. Das ZHQE unterstützt die Ansprechpersonen bei allen Fragen rund um den Prozess der LVB gerne und ist auch für Lehrende und Studierende bei Problemen oder Rückfragen per E-Mail unter evaluation@uni-due.de und/oder telefonisch unter 0203-379-1355 ansprechbar.

5.1. Organisation und Durchführung des Verfahrens

5.1.1. Vorbereitung der LVB

Die LVB findet in den Fakultäten/Lehreinheiten/Fächern derzeit in einem dreisemestrigen Turnus statt. In Semestern mit LVB erstellt das ZHQE zwei Wochen vor Vorlesungsbeginn sog. LSF-Exporte in Form von Excel-Tabellen. Diese Tabellen enthalten alle in LSF eingetragenen Lehrveranstaltungen der Fakultäten/Lehreinheiten/Fächer sowie die für die Organisation der LVB relevanten Informationen und werden der jeweiligen Ansprechpersonen in den Fakultäten/Lehreinheiten/Fächern zur Verfügung gestellt.

Auf Basis der LSF-Exporte wählen die Einheiten die Lehrveranstaltungen aus, in denen eine LVB durch-geführt werden soll (z. B. durch Löschen von Veranstaltungen, in denen keine LVB stattfinden soll). Falls innerhalb des LSF-Exports Informationen fehlen (z. B. die E-Mail-Adressen von Lehrenden, der Lehrveranstaltungstitel oder -form), müssen diese nachgetragen werden. Veranstaltungen mit fehlenden Angaben können keine Berücksichtigung finden. Selbstverständlich können in der Liste auch Lehrveranstaltungen ergänzt werden, falls diese zum Zeitpunkt des LSF-Exports noch nicht in LSF eingepflegt waren. Anschließend erhält das ZHQE die Liste zur weiteren Bearbeitung zurück. Das ZHQE generiert für alle noch im bearbeiteten LSF-Export enthaltenen Lehrveranstaltungen die Befragungen und erstellt die zur LVB benötigten Unterlagen. Dabei sind grundsätzlich drei Erhebungsverfahren möglich: (1) Deckblattverfahren (papierbasiert) (2) Selbstdruckverfahren (papierbasiert) (3) Online-Verfahren Aufgrund der an der UDE bisher gemachten Erfahrungen mit dem Online-Verfahren - die sich vor allem auf einen durchweg geringen Rücklauf beziehen - sollte dieses Verfahren nur in Ausnahmefällen Anwendung finden.

5.1.2. Durchführung papierbasierter Verfahren

Beim Deckblattverfahren (1) erhalten die Ansprechpersonen in den Fakultäten/Lehreinheiten/Fächern eine PDF-Datei mit Deckblättern sowie für jede Veranstaltungsform eine spezifische Druckvorlage des Fragebogens zur Vervielfältigung. Für jede zur LVB angemeldete Veranstaltung erstellt das ZHQE ein sog. Deckblatt, auf dem die wichtigsten für die Organisation der LVB benötigten Informationen enthalten sind. Anhand des Deckblatts werden die ausgefüllten Fragebögen bei der maschinellen, softwaregestützten Datenerfassung der Lehrveranstaltung zugeordnet. Dies hat den Vorteil, dass die Fragebögen in größerer Menge produziert und etwaige Reste in anderen LVB eingesetzt werden können. Alternativ zum Deckblattverfahren werden im Selbstdruckverfahren (2) personalisierte Fragebögen zur Vervielfältigung bereitgestellt. Diese Fragebögen sind mit dem Namen der Lehrperson und dem Veranstaltungstitel gekennzeichnet und dürfen nur exklusiv zu dieser LVB eingesetzt werden. Überschüssige Fragebögen können aus technischen Gründen nicht in anderen LVB eingesetzt werden, da die auf Basis eines personalisierten Fragebogens erfassten Daten immer derselben Lehrveranstaltung und damit dem-selben Datensatz zugeordnet werden. In der Vergangenheit hat sich bei beiden Verfahren als praktikabel erwiesen, wenn die Lehrenden Frage-bögen (und ggf. die Deckblätter) von zentraler Stelle in den Fakultäten/Lehreinheiten/Fächern erhalten. Alternativ hierzu können Druckvorlagen der Fragebögen (sowie ggf. die Deckblätter) auch vom ZHQE direkt per E-Mail an die Lehrenden verschickt werden.

Die eigentliche Durchführung der LVB übernehmen in der Regel die Lehrenden selbst. Die Studierenden sollten vor der Befragungsdurchführung darauf aufmerksam gemacht werden, dass unter Umständen – z. B. im Zusammenhang mit dem Ausfüllen von Freitextfeldern – Rückschlüsse auf ihre Person möglich sind. Angaben, die Rückschlüsse auf die Studierenden selbst oder eine andere Person zulassen könnten, sollten unterlassen werden. Durch das Ausfüllen des Fragebogens geben die Studierenden Ihr Einverständnis zur automatisierten Auswertung und Weiterleitung der Daten. Entsprechende Hinweise sind auf den  Fragebögen zur LVB vermerkt.

Für das Austeilen und Einsammeln der Fragebögen können bei Bedarf Studierende um Mithilfe gebeten werden. Um die Studierenden nicht zu beeinflussen, sollten sich die Lehrenden während der Bearbeitungszeit zurückziehen und den Raum ggf. verlassen. Den Studierenden muss ausreichend Zeit (ca. 10 bis 15 Minuten) gegeben werden, die Fragebögen auszufüllen. Die ausgefüllten Fragebögen sollten anschließend sofort nach dem Einsammeln im Beisein von Lehrperson und Studierenden eingetütet2 und per Hauspost (beim Deckblattverfahren unbedingt gemeinsam mit dem Deckblatt!) versendet werden an: ZHQE | Raum SK 315 | Campus Duisburg

Nachdem die ausgefüllten Befragungen im ZHQE eingetroffen sind, werden sie in der Reihenfolge des Eingangs maschinell erfasst. Der Mindestrücklauf liegt bei zehn ausgefüllten Fragebögen, Befragungen mit weniger als zehn ausgefüllten Fragebögen können aus Datenschutzgründen nicht ausgewertet werden und werden nach Eingang vernichtet. Sollte die Anzahl der Antworten auf eine Frage kleiner als zehn sein, wird für diese Frage auch dann keine Auswertung angezeigt, wenn mehr als zehn Fragebögen erfasst wurden. Dies gilt auch für Freitextfragen.

Die Software wertet die erfassten Daten automatisch aus erstellt einen standardisierten PDF-Ergebnisbericht (Auswertung, Ergebnisinterpretation), den die Lehrperson per E-Mail erhält. Vor Versand der Ergebnisberichte werden diese vom ZHQE auf korrekte Erfassung überprüft. In der Regel werden alle eingehenden Befragungen im ZHQE innerhalb von 5 Werktagen bearbeitet.

5.1.3. Durchführung des Online-Verfahrens

Die Lehrenden erhalten für jede zur LVB gemeldeten Lehrveranstaltung per E-Mail ein PDF-Dokument mit sog. Transaktionsnummern (TAN) in Form von TAN-Kärtchen. Diese TAN-Kärtchen enthalten den Link zur Online-Befragung (für alle Befragungen http://udue.de/evalogin) sowie eine individuelle TAN, durch die sich die Studierenden in die Befragung einloggen können. Die TAN-Kärtchen werden ausgedruckt, ausgeschnitten und per Zufallsprinzip an die Studierenden verteilt. Die TAN bildet so einen individuellen, aber anonymen Schlüssel zur jeweiligen Befragung, mit dem nicht-autorisierte und Mehrfachteil-nahmen ausgeschlossen werden.

Alternativ zur TAN können auch sog. Losungen vergeben werden. Dies hat den Vorteil, dass sich alle Studierenden auf Basis der gleichen Losung über http://udue.de/evalogin in die Befragung einloggen können. Nachteile ergeben sich, da nicht-autorisierte Teilnahmen und Mehrfachteilnahmen nicht ausgeschlossen werden können.

Zum Abschluss wird die Online-Befragung an einem definierten Termin automatisch geschlossen und der Ergebnisbericht umgehend per E-Mail an die Lehrperson gesendet, sofern ein Mindestrücklauf von zehn ausgefüllten Fragebögen vorliegt.

5.1.4. Durchführung des Online-in-Präsenz-Verfahrens

5.2. Außerturnusmäßige LVB für Nachwuchswissenschaftler/innen

Seit dem Wintersemester 2016/17 erhalten Nachwuchswissenschaftler/innen (d.h. Promovierende, Postdocs, Juniorprofessuren) die Möglichkeit, Veranstaltungen auch außerhalb des dreisemestrigen Turnus von Studierenden fragebogenbasiert bewerten zu lassen. Hierzu erhalten die Ansprechpersonen der Fakultäten, Lehreinheiten bzw. Fächer rechtzeitig vor Vorlesungsbeginn einen Zeitplan und eine Meldemaske (Excel-Tabelle) in der die Lehrveranstaltungen der benannten Gruppe an das ZHQE gemeldet werden können. Die Anmeldung für außerturnusmäßige LVB darf nur für Veranstaltungen der benannten Gruppe erfolgen und sie muss zwingend gebündelt bis zu einem vom ZHQE festgelegten Stichtag eingehen. Anmeldungen nach diesem Stichtag sowie sonstige Einzelanmeldungen durch Lehrende (auch der benannten Gruppe der Nachwuchswissenschaftler/innen) können nicht berücksichtigt werden. Fragebögen, die zu unangemeldeten LVB beim ZHQE eingehen, werden nicht bearbeitet und nach Eingang vernichtet.

Nach Rückmeldung der zu bewertenden Lehrveranstaltungen stellt das ZHQE den Lehrenden die zur LVB notwendige Druckvorlage des Fragebogens sowie Druckhinweise direkt per E-Mail zur Verfügung. Es können ausschließlich Unterlagen für das Selbstdruckverfahren bereitgestellt werden. Die Vervielfältigung des Fragebogens, sowie der Versand der ausgefüllten Fragebögen an das ZHQE, liegt somit in der Eigenverantwortung der jeweiligen Lehrperson.

Es erfolgt keine Aggregierung der erhobenen Daten. Die Ergebnisse fließen nicht in das QM-System der UDE ein.

5.3. Zeitplanung der LVB

Mit der der folgenden Grobzeitplanung werden die einzelnen Arbeitsschritte bei der Organisation der LVB im Semesterverlauf dargestellt. Die Zeitplanung gewährleistet, dass die LVB nach ⅔ der Vorlesungs-zeit durchgeführt werden kann und die Zeiträume für die Datenerfassung, den Versand der Ergebnisberichte, die Rezeption der Ergebnisse durch die Lehrenden und die Diskussion der Ergebnisse mit der Lerngruppe nicht zu knapp bemessen sind. Abweichungen vom Zeitplan sind für Fakultäten/Lehreinheiten/Fächer möglich, sollten mit dem ZHQE jedoch frühzeitig abgestimmt werden.

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5.4. Auswertung, Ergebnisinterpretation und Datenfluss

5.4.1. Auswertungsberichte für Lehrende

Nach der maschinellen Erfassung der ausgefüllten Fragebögen zur LVB im ZHQE erhalten die Lehrenden einen standardisierten Ergebnisbericht im PDF-Format per E-Mail zugesandt. Der Ergebnisbericht enthält Auswertungen zu allen Fragen der jeweils eingesetzten  Fragebögen zur LVB, d.h. aller geschlossenen Fragen (Skalafragen, Fragen mit Einfach- oder Mehrfachnennungsoption). Die handschriftlichen Eintragungen der Studierenden bei offenen Fragen mit Freitextnennungen werden als Bildausschnitte nach Fragen sortiert dargestellt. Wurde eine Online-Befragung durchgeführt, erscheinen die Antworten entsprechend in Maschinenschrift. Sollte die Anzahl der Antworten auf eine Frage kleiner als zehn sein, wird für diese Frage auch dann keine Auswertung angezeigt, wenn mehr als zehn Fragebögen erfasst wurden. Dies gilt auch für Freitextfragen. Für alle Skalafragen wird am Ende des Berichts eine sog. Profillinie dargestellt, die auf den jeweiligen Mittelwerten beruht. (1) Auswertung von geschlossenen Fragen

Die Auswertungen von Skalafragen werden grafisch durch ein Histogramm dargestellt. Die grafische Darstellung hat den Vorteil, dass sie leicht interpretierbar ist und Informationen über die Homogenität bzw. Heterogenität der studentischen Bewertungen bereitstellt. Dem Histogramm sind folgende Angaben zu entnehmen:

Histogramm.png
Abkürzungsverzeichnis für Ergebnisberichte
Abkürzung Bedeutung
n Absolute Häufigkeit. Anzahl der Befragten, die zu der entsprechenden Frage eine Angabe gemacht haben (die Gesamtzahl der erfassten Fragebögen findet sich in der Kopfzeile der ersten Seite).
% Prozentuale Häufigkeit, Verteilung der Antwortausprägungen in Prozent.
mw Mittelwert , durchschnittliche Bewertung.

Hinweis: Der Mittelwert (auch: arithmetisches Mittel) wird berechnet, indem die Summe aller Stichprobenwerte durch die Anzahl der Stichprobenwerte dividiert wird. Der Mittelwert ist empfindlich gegenüber Ausreißern und erfordert Intervallskalenniveau, was bei den verwendeten Ratingskalen nicht gegeben ist. Die Berechnung und der Bericht des Mittelwerts werden von vielen Lehrenden vor allem aus pragmatischen Gründen gewünscht. Bortz/Döring (2006: 181ff.) diskutieren messtheoretische Probleme bei Ratingskalen und führen Belege für die implizite messtheoretische Hypothese, Ratingskalen hätten Intervallskalencharakter, an. Sie kommen zum Ergebnis, dass auf Ratingskalen beruhende Forschung, solange sie zu inhaltlich sinnvollen Ergebnissen kommt, durchaus gerechtfertigt sei, zumal Ratingskalen auch für die Befragten einfach zu handhaben seien.

md Median oder Zentralwert, Maß für die Lage der Verteilung. Der Median liegt im

Zentrum einer nach ihren Werten geordneten Stichprobe und ist unempfindlich gegenüber Ausreißern.

s Standardabweichung s, Maß für die Streuung der Stichprobenwerte um den Mittelwert

. Je kleiner die Standardabweichung, desto homogener sind die Bewertungen der Befragungsgruppe.

E Enthaltung. Anzahl der Befragten, die explizit keine Angabe zu der entsprechenden

Frage gemacht haben (z. B. durch Ankreuzen der Antwortmöglichkeit „keine Angabe“).


Tabelle 3: Abkürzungsverzeichnis für Ergebnisberichte

Abbildung 4.png
Abbildung 5.png

Zur besseren Einordnung der individuellen Ergebnisse werden nach Abschluss der Vorlesungszeit bzw. Evaluationsperiode außerdem Profillinienvergleiche erstellt und den Lehrenden per E-Mail zugesendet, die einen Vergleich zwischen den individuellen Ergebnissen und dem lehrveranstaltungsformbezogenen Durchschnitt einer Fakultät/Lehreinheit bzw. eines Fachs ermöglichen. Da die Ergebnisse aufgrund bestimmter und unter Umständen nicht erfasster Biasvariablen verzerrt sein könnten, ist ein Rückschluss auf die Lehrleistung einer Lehrperson auf Basis einer bewertenden Lehrveranstaltung nicht zulässig. (2) Interpretation der Ergebnisse aus geschlossenen Fragen Die Interpretation der Ergebnisse erfolgt interessengeleitet: gerade die Aspekte, die aus individuellen Gründen als besonders relevant angesehen werden, sollten auf Basis des Ergebnisberichts mit den Studierenden diskutiert werden. Hierbei sind besonders auffällige Rückmeldungen der Studierenden (im positiven wie im negativen Sinn) oder Ergebnisse mit großer Varianz von Bedeutung. Große Varianzen deuten auf eine heterogene Einschätzung der Studierenden hin, die nur durch die Diskussion der Ergebnisse aufgeklärt werden kann. Bei der Ergebnisinterpretation wird es von vielen Lehrenden als hilfreich angesehen, die Bewertung der Studierenden mit der eigenen Wahrnehmung in Beziehung zu setzen. Hierfür empfiehlt es sich, den Fragebogen selbst auszufüllen und mit den Ergebnissen der LVB abzugleichen. Besonders wenn sich die Selbsteinschätzung stark von der studentischen Bewertung unterscheidet, bietet dies Anknüpfungs-punkte für eine Ergebnisdiskussion. (3) Auswertung von offenen Fragen (Freitextnennungen) Die Nutzung von Fragen mit Freitextnennungsoption bietet Studierenden die Chance, Lehrenden ein qualitatives Feedback zu geben. Subjektiv empfundene Stärken und Schwächen der Lehrveranstaltung können beschrieben und zugleich Verbesserungsvorschläge geliefert werden. Bei sehr vielen Freitextnennungen können diese bei Bedarf kategorisiert und die Kategorien ausgezählt werden, um so z.B. auch die Relevanz anhand der relativen Häufigkeit von Kategorien darzustellen. Dar-über hinaus lassen sich die qualitativen Daten auch anhand von Mind-Maps thematisch ordnen und visualisieren.

5.4.2. Qualitätsrichtlinien (nur optional im PDF-Ergebnisbericht enthalten)

Für Skalafragen können in der Evaluationssoftware sog. Qualitätsrichtlinien hinterlegt werden. Qualitätsrichtlinien sind dabei als Sollwerte zu verstehen, die mindestens erreicht werden müssen, damit eine Qualitätsrichtlinie erfüllt ist. Über den Einsatz und die Definition von Qualitätsrichtlinien entscheidet die Fakultät bzw. das Fach.

Berechnung der Schwellenwerte für die Qualitätsrichtlinie Genutzt wird eine 5er-Skala mit Abstand von vier ganzen Einheiten zwischen 1 (stimme voll zu) und 5 (stimme überhaupt nicht zu). D. h., ‚kleinere‘ Mittelwerte sind besser. Die Qualitätsrichtlinie soll erfüllt sein, wenn der Mittelwert im ‚unteren Teil‘ der Skala liegt, d. h. die untere Schwelle liegt bei 40% der Skala. Diese Schwelle wird wie folgt berechnet: 40% (= 0,4) der vier Einheiten: 4 x 0,4 = 1,6. Zum Anfang der Skala (= 1 es muss ja mindestens die ‚1‘ angekreuzt werden) den Wert 1 dazu zählen, so ergibt sich als untere Schwelle der Wert 2,6. Als obere Schwelle, ab der ein Mittelwert außerhalb der Richtlinie liegt, wird ein Wert aus dem ‚oberen Teil‘ der Skala genommen, z. B. bei 60% der Skala. Diese Schwelle wird wie folgt berechnet: 60% (= 0,6) der vier Einheiten: 4 x 0,6 = 2,4. Zum Anfang der Skala (= 1 es muss ja mindestens die ‚1‘ angekreuzt werden) den Wert 1 dazu zählen, so ergibt sich als untere Schwelle der Wert 3,4. Mittelwerte > 3,4 liegen dann außerhalb der Qualitätsrichtlinie. Die Werte > 2,6 und < 3,4 liegen im Toleranzbereich der Qualitätsrichtlinie.

Im PDF-Ergebnisbericht wird der individuell erreichte Mittelwert (Ist-Wert) mit dem Schwellenwert der Qualitätsrichtlinie (Soll-Wert) in Bezug gesetzt, das Ergebnis wird anhand eines Ampelsymboles visualisiert. Die Farben der Ampel haben folgende Bedeutungen:

Abbildung 6: Qualitätsrichtlinien im PDF-Ergebnisbericht

5.4.3. Auswertungsberichte für Fakultäten/Lehreinheiten/Fächer

5.4.3.1. Aggregierungen auf Ebene von Lehrveranstaltungsformaten

Nach Abschluss der Vorlesungszeit bzw. Evaluationsperiode erstellt das ZHQE lehrveranstaltungsformbezogene Aggregierungen der im jeweiligen Semester durchgeführten LVB. Dabei werden z. B. alle Seminare einer Fakultät/Lehreinheit bzw. eines Fachs zu einem Datensatz zusammengefasst (aggregiert) und es wird darauf aufbauend ein Standard-PDF-Ergebnisbericht erstellt, der auch alle Freitextnennungen enthält. Die aggregierten Ergebnisse bilden die Basis für die sog. Profillinienvergleiche, die den Lehrpersonen den Vergleich zwischen den individuellen Ergebnissen und dem lehrveranstaltungsformbezogenen Durchschnitt einer Fakultät/Lehreinheit bzw. eines Fachs ermöglichen (Auswertungsberichte für Lehrende).

5.4.3.2. Aggregierungen auf Ebene von Studiengängen

Neben den lehrveranstaltungsformbezogenen Aggregierungen kann das ZHQE auch studiengangsspezifische Aggregierungen erstellen, sofern die Studiengänge im Fragebogen standardisiert (d.h. durch ‚Ankreuzen‘) erhoben wurden.

5.4.4. Datenfluss

Der Datenfluss der im Rahmen der LVB erhobenen und zu verarbeiteten Daten wird im § 3 der QMOrdnung der UDE geregelt.

  •  Befragungen der LVB müssen einen Mindestrücklauf von zehn ausgefüllten Fragebogen erreichen, um vom ZHQE ausgewertet werden zu können.
  •  Lehrende erhalten die Ergebnisberichte der eigenen LVB sowie einen Profillinienvergleich der individuellen Ergebnisse und dem lehrveranstaltungsformbezogenen Durchschnitt einer Fakultät/Lehreinheit bzw. eines Fachs nach Ende der Erhebungsphase.
  •  Das Dekanat erhält die Ergebnisberichte der LVB auf veranstaltungsbezogener und veranstal-tungsformspezifisch aggregierter Ebene incl. entsprechender Profillinienvergleiche.
  •  Über Veranstaltungen hinweg aggregierte Ergebnisse der LVB (z. B. eines Studiengangs) stehen der für den Studiengang Verantwortlichen bzw. dem Fakultätsrat zur Verfügung.
  •  Aggregierte Ergebnisse fließen in die Qualitätsberichte (vertiefte Studiengangbetrachtung) so-wie im Rahmen der Institutionellen Evaluation in den Selbstbericht einer Einheit ein.
  •  Die nach § 7 Abs. 2 HG bestehende Pflicht zur Veröffentlichung wird durch Präsentation und Dis-kussion der Ergebnisse mit Studierenden in der Veranstaltung sowie die Möglichkeit der Einsicht anonymisierter Ergebnisse im Dekanat gewährleistet. Eine darüberhinausgehende Veröffentli-chung aggregierter Ergebnisse durch die Fakultät oder Universität bedarf eines Beschlusses durch den zuständigen Fakultätsrat.
  •  Der Vorstand des Zentrums für Lehrerbildung (ZLB) erhält die anonymisierten Ergebnisse der Lehramtsstudiengänge.

6. Rückmeldung von LVB-Ergebnissen an die Studierenden

Die Rückmeldung von Ergebnissen an die Studierenden ist zentraler Bestandteil der LVB. Im Rahmen eines Rückmeldegesprächs bietet sich Lehrenden die Gelegenheit, Ergebnisse gemeinsam mit den Studierenden kritisch zu reflektieren und zu diskutieren. Im Rückmeldegespräch werden die vielfältigen und mitunter heterogenen Erwartungen und Einschätzungen an eine Lehrveranstaltung sichtbar und es kann deutlich gemacht werden, inwiefern und unter welchen Voraussetzungen Lehren und Lernen gelingen kann. Schließlich sind Studierende nicht immer einer Meinung und können sich in ihren Einschätzungen unterscheiden. Da das Gelingen von Lehren und Lernen nicht nur von der Lehrperson, sondern auch von verschiedenen Rahmenbedingungen und der Lerngruppe abhängig sind, bietet das Rückmeldegespräch der LVB verschiedenste Gesprächsanlässe.

Darüber hinaus haben die Studierenden ein Interesse, über die Ergebnisse der LVB informiert zu werden: Auch sie haben Zeit in die Befragung investiert und erhoffen sich für sich und nachfolgende Studierende eine (weiterhin) qualitativ hochwertige Lehre. Erst durch die Präsentation und Diskussion der LVB-Ergebnisse wird die nach § 7 Abs. 2 HG NRW bestehende Pflicht zur Veröffentlichung.

6.1. Vorbereitung des Rückmeldegesprächs

Zur Vorbereitung der Ergebnisdiskussion kann der Ergebnisbericht von Lehrenden z. B. anhand folgen-der Leitfragen gelesen werden:

  •  Gibt es Ergebnisse mit großen Standardabweichungen bzw. Varianzen, d.h. bewerten die Studierenden Aspekte nicht eindeutig?
  •  Gibt es Ergebnisse, die von der Selbsteinschätzung abweichen? (Hierzu kann der Fragebogen selbst ausgefüllt und mit den Ergebnissen der Studierenden verglichen werden.)
  •  Welche für mich wichtigen Aspekte deckte der Fragebogen nicht ab? Wo möchte ich als Lehrperson mehr wissen?
  •  Was sind für mich interessante, überraschende oder unklare Ergebnisse - im Positiven wie im Negativen?

Vor der Auswertung sollte der Zeitbedarf für die Auswertung festgelegt werden. Die Ergebnisse können anhand der o.g. Leitfragen gesichtet und kategorisiert werden. Wenn bestimmte Ergebnisse im Rückmeldegespräch nicht aufgegriffen werden, sollte die begründet werden. Nachdem vor diesem Hintergrund entschieden wurde, welche Ergebnisse relevant sind und vorgestellt werden, kann die Diskussion über die Ergebnisse stattfinden. Dabei geht es nicht darum, Studierendenjeden Wunsch zu erfüllen, sondern gemeinsam nach Lösungen zu suchen und Lehrveranstaltungen wo nötig und möglich zukünftig umzugestalten. Die Planung der Ergebnisdiskussion kann z. B. anhand folgender Leitfragen geschehen:

  •  Wie viel Zeit kann und möchte ich als Lehrperson für die Vorbereitung des Gesprächs mit den Studierenden und die Diskussion in der Lehrveranstaltung erübrigen?
  •  Wo bin ich an einer vertieften Rückmeldung meiner Studierenden interessiert?
  •  Welche Ergebnisse möchte ich mit meinen Studierenden besprechen? Nach welchen Kriterien treffe ich die Auswahl?
  •  Mit wem möchte ich diskutieren? Mit dem ganzen Plenum oder einer Kleingruppe? Wonach wer-den die Studierenden ausgewählt?
  •  Wie möchte ich den Studierenden die zu besprechenden Ergebnisse zugänglich machen?
  •  Welche Moderationstechniken möchte ich ggf. einsetzen?
  •  Wie möchte ich Ergebnisse der Diskussion sichern und nutzen?

6.2. Durchführung des Rückmeldegesprächs

Zu Beginn des Rückmeldegesprächs, an dessen Anfang der Dank für die Beteiligung an der LVB steht, sollte den Studierenden nochmals kurz der Sinn und Zweck des Gesprächs verdeutlicht werden. Beim Rückmeldegespräch sollte versucht werden, möglichst viele Studierende in das Gespräch einzubeziehen, da sich nur so vielfältige Meinungen einholen lassen. Grundsätzlich sollte das Feedback dabei von Lehrenden angenommen werden, ohne sich zu verteidigen. Die Studierenden müssen nicht immer einer Meinung sein und sollten unterschiedliche Auffassungen artikulieren bzw. miteinander diskutieren können. Bei der Diskussion nimmt die Lehrperson eine moderierende Rolle ein, in der die Studierenden nicht in ihrem Feedback beeinflusst werden und bei dem die Rückmeldungen nebeneinander stehen bleiben sollten. Konstruktive Rückmeldungen können dabei auch direkt erfragt werden, z. B. „Wie stellen Sie sich eine gute Prüfungsvorbereitung vor?“ Zum Ende des Gesprächs sollte die Lehrperson sich für das Feedback bedanken und den Studierenden aufzeigen, was sie für sich mitnimmt. Dies müssen keine direkten Schlussfolgerungen, sondern können einfache Denkanstöße sein. Selbstverständlich bleibt es Lehrenden selbst überlassen, ob bzw. welche Konsequenzen den Rückmeldungen und der Ergebnisdiskussion gezogen werden: Entscheidend ist, was für die Lehrperson wichtig und hilfreich ist.

7. Ergänzende Methoden der LVB

Vielfach wünschen sich Lehrende Methoden, mit denen studentisches Feedback nicht erst nach ⅔ der Vorlesungszeit, sondern auch in Form von Zwischenfeedbacks (z.B. nach Abschluss einzelner Themengebiete oder nach einzelnen Sitzungen) eingeholt werden kann. Darüber hinaus wird häufig der Wunsch geäußert, von Studierenden auch stärker qualitative Rückmeldungen zur Lehrveranstaltung erhalten zu wollen. Im Folgenden werden deshalb drei Bespiele für ergänzende Methoden der Lehrveranstaltungsbewertung gegeben, die sich auf einzelne Sitzungen anwenden lassen und/oder einen stärker qualitativen Schwerpunkt besitzen. Diese Methoden können auch angewendet werden, wenn Lehrende über den zentralen, dreisemestrigen Turnus der LVB hinaus ein Feedback einholen möchten.

7.1. Blitzlicht-Feedback

Zielsetzung Den Studierenden sollen keine Fragen gestellt werden, sondern sie sollen frei von vorformulierten Antwortmöglichkeiten die Gelegenheit haben, ihre Meinung zu äußern. Aufgrund der Kürze des Statements bekommen Lehrende einen unverfälschten Eindruck darüber, was die Studierenden am meisten beschäftigt, da i.d.R. von den Studierenden nur die Themen angesprochen werden, die ihnen besonders positiv, oder aber besonders negativ in Erinnerung geblieben sind. Vorgehen Am Ende einer Sitzung werden freiwillige Studierende gebeten, in einem kurzen Statement (nicht länger als 30 Sek.) ihre persönliche Meinung darüber wiedergeben, was ihnen an der Sitzung gut bzw. nicht gut gefallen hat und was zukünftig ggf. verbessert werden könnte. Mit dieser Methode werden Stimmungen in einer Momentaufnahme festgehalten. Die Rückmeldungen der Studierenden sollen nicht kommentiert bzw. diskutiert werden. Bei Bedarf können Stichpunkte notiert und ggf. kategorisiert werden. So kann ein allgemeiner Trend sowie herausfallende Extrempositionen wiedergeben werden. Geeignet für Diese Methode eignet sich für Arbeitsgruppen bis ca. 30 Personen.

7.2. Impuls-Feedback

Zielsetzung Ziel ist es, die vorgegebenen Satzteile so zu formulieren, dass die Vervollständigung durch die Studierenden einen möglichst hohen Erkenntnisgewinn bringt. Umso gezielter gefragt wird, desto präziser werden die Antworten. Vorgehen Eine Liste vorgegebener Sätze wird von den Studierenden vervollständigt. Dabei handelt es sich leicht verständliche, allgemeine Fragen zum Inhalt, Aufbau & Ablauf einer Lehrveranstaltung, die jede/r Studierende/r beantworten können sollte, wie z. B.:

  •  Besonders interessiert hat mich…
  •  Weniger interessiert hat mich…
  •  Ich hätte lieber etwas (mehr) erfahren über…
  •  Sehr wichtig fand ich, dass…
  •  Ich möchte bemerken, dass…
  •  Mir fehlte, dass…
  •  Nützlich/wichtig war, dass…
  •  Weniger nützlich/wichtig war, dass…
  •  Wir kamen gut voran/nicht gut voran, weil…
  •  Ich fühle mich wohl/nicht wohl, weil…
  •  Ich war nicht einverstanden, als…
  •  Meiner Meinung nach sollte die Veranstaltung darin verändert werden, dass…

Nach beendetem Feedback sollten die Lehrenden die Antworten gruppieren und anhand ausgewählter Beispielantworten sowohl den allgemeinen Trend, als auch herausfallende Extrempositionen der Studierenden wiedergeben. Die Lehrenden haben dann die Möglichkeit, Stellung zu beziehen und im gemein-samen Gespräch mit den Studierenden womöglich Verbesserungsmaßnahmen abzuleiten. Geeignet für Diese Methode eignet sich für kleine bis mittelgroße Gruppen. Der Einsatz in größeren Studierenden-gruppen ist zwar möglich, jedoch sollte der Auswertungsaufwand berücksichtigt werden.

7.3. Zielscheiben-Feedback

Zielsetzung Ziel dieser Befragung ist es, die individuellen Bewertungen ohne großen Auswertungsaufwand grafisch darzustellen und so Urteile sichtbar machen zu können. Dabei bleibt die Anonymität gewahrt. Vorgehen Eine ‚Zielscheibe‘ wird in gleich große Segmente unterteilt. Dabei symbolisiert jedes Segment einen zu bewertenden Themenbereich (z. B. Arbeitsaufwand, Auswahl der Texte etc.). Die Zielscheibe kann dabei als Folie auf einem Tageslichtprojektor aufgelegt oder als großes Plakat an die Wand gehängt werden. Jede/r (freiwillige) Studierende kann mit einem Folienstift einen Punkt innerhalb der jeweiligen Teilbereiche (Segmente) einzeichnen. Je näher der Punkt an der Mitte angesetzt wird, desto positiver ist die Bewertung in dem entsprechenden Bereich. Dabei sollen eingezeichnete Ringe die Punkteskala (max. 5 Ringe) aufzeigen. Das Feedback kann sowohl öffentlich (alle Studierende antworten gleichzeitig) oder anonym (Zielscheibe ist von der Gruppe abgewandt) abgegeben werden. In beiden Fällen sollte die Lehrperson den Raum während des Ausfüllens der Zielscheibe verlassen.

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Geeignet für Diese Methode eignet sich für kleine Gruppen (bis max. 30 Personen), da das individuelle Ausfüllen bei großen Gruppen zu viel Zeit in Anspruch nimmt.

7.4. Teaching Analysis Poll (TAP)

Das ZHQE bietet seit dem Sommersemester 2014 die qualitative Evaluations- und Feedbackmethode Teaching Analysis Poll (TAP) an. Das TAP ist eine strukturierte Evaluationsmethode, die Lehrende dabei unterstützt, Studierendenfeedback bereits während des laufenden Semesters einzuholen. TAPs sind dabei für Lehrende aufwandsarm und wirkungsvoll zugleich: Sie erfahren, was die Studierenden beim Lernen unterstützt, was diese als hinderlich empfinden und welche konkreten Vorschläge die Studieren-den zur Verbesserung der Lehrveranstaltung haben. Eine in der Methode geschulte Moderatorin des ZHQE führt die TAPs durch, die einerseits „Sprachrohr“ der Studierenden ist und andererseits die Lehrenden auch bei der Auswertung der Ergebnisse unterstützt. Voraussetzung für ein TAP ist, dass die Lehrveranstaltung nicht zu stark geblockt ist, da die Ergebnisse der Zwischenauswertung noch in der zweiten Hälfte des Semesters umsetzbar sein sollen. Das ZHQE bietet TAPs für Lehrveranstaltungen mit max. 70 Teilnehmer/innen an. Nähere Informationen zum TAP erhalten Sie hier: https://www.uni-due.de/zfh/fql/tap

7.5. Sonstige qualitative Feedbackmethoden

In Ergänzung der LVB mittels standardisierter Fragebögen bietet das ZHQE neben Teaching Analysis Polls auch Unterstützung bei der Durchführung weiterer qualitativer, dialogorientierten Feedback- und Evaluationsverfahren an. Hierzu gehören vor allem

  •  Rating-Konferenzen und
  •  leitfadengestützten Gruppendiskussionen.

Gerne berät das ZHQE auch Lehrende, die Studierendenfeedback selbst in das didaktische Konzept ihrer Lehrveranstaltung einbetten oder Lehrveranstaltungen mit besonderen Rahmenbedingungen, wie z.B. Großveranstaltungen, mit qualitativen Methoden evaluieren möchten. Nähere Informationen zu diesem Service des ZHQE erhalten Sie hier: https://www.uni-due.de/zfh/fql/ Darüber hinaus hat das ZHQE die Handreichung „Studierendenfeedback nutzen – Impulse für die Weiterentwicklung der Lehre gewinnen“ veröffentlicht, in der praxisnahe Informationen von der Planung einer dialogorientierten Evaluationsmaßnahme über die konkrete Durchführung bis zur Auswertung und Re-flexion der Ergebnisse mit den Studierenden beschrieben werden. Die darin vorgestellten dialogorientierten Methoden wurden im Rahmen des Projekts „Feedbackmethoden zur Qualitätsentwicklung in der Lehre“ (FQL) in Zusammenarbeit mit Lehrenden der Fakultäten für Bildungswissenschaften und Gesellschaftswissenschaften neu- bzw. weiterentwickelt, praktisch erprobt und haben sich als besonders geeignet erwiesen.

8. Feedbackregeln

8.1. Feedbackregeln für Studierende

Feedbackregeln für Studierende

  •  Beziehen Sie Ihre Rückmeldung auf konkrete Situationen oder Charakteristika, geben Sie ggf. Bei-spiele.
  •  Seien Sie sachlich und beschreibend, nicht wertend.
  •  Formulieren Sie subjektiv. (Z. B. „ich bin der Meinung, dass…“; „aus meiner Sicht…“.)
  •  Helfen Sie durch konstruktive Kritik. Verlangen Sie nichts, worauf die/der Lehrende keinen Einfluss hat.
  •  Geben Sie auch positives Feedback.

8.2. Feedbackregeln für Lehrende

Feedbackregeln für Lehrende

  •  Hören Sie sich die Anregungen in Ruhe an.
  •  Rechtfertigen oder verteidigen Sie sich nicht. Sie brauchen sich aber auch nicht alles gefallen zu lassen!
  •  Nutzen Sie die Ergebnisdiskussion, um Hinweise auf Ursachen und Gründe (z. B. für nicht-eindeutiges oder negatives oder Feedback) zu erhalten.
  •  Beachten Sie positive wie negative Kritik.
  •  Fassen Sie konstruktive Kritik als ein hilfreiches Angebot auf. Ob und/oder welchen Einfluss das Feedback auf Ihre Lehrpraxis hat, entscheiden Sie selbst.

9. Anhang

9.1. Kurzübersicht: Informationen und Empfehlungen zur Durchführung der LVB

Kurzübersicht 1.png

9.2. Hinweise zum Druck von Papierbefragungen

HInweis.png

9.3. Ansprechpersonen für die LVB im ZHQE

Inhaltliche Anfragen und Fragebogenkonzeption Karl-Heinz Stammen, Campus DU, Keetmanstr. 3-9, Raum SK 316, 47058 Duisburg FON: +49(0)203 379-2550, karl-heinz.stammen@uni-due.de Organisation und technischer Support Henning Haschke, Campus DU, Keetmanstr. 3-9, Raum SK 315, 47058 Duisburg FON: +49(0)203 379-1355, henning.haschke@uni-due.de

9.4. Literaturtipps

Auferkorte-Michaelis, N., Selent, P. (2006): Feedback-Evaluation in Lehrveranstaltungen als dreistufiges Verfahren. In: Neues Handbuch Hochschullehre I 1.2, S. 1-28. Berlin: Raabe. Beywl, W., Bestvater, H., Friedrich, V. (2011): Selbstevaluation in der Lehre. Ein Wegweiser für sichtbares Lernen und besseres Lehren. Münster: Waxmann. Döring, Nicola (2006): Für Evaluation und gegen Evaluitis. Warum und wie Lehrevaluation an deutschen Hochschulen verbessert werden sollte. In: Neues Handbuch Hochschullehre I 1.7, S. 1 - 22. Berlin: Raabe.

Fengler, J. (2009): Feedback geben. Strategien und Übungen. 4. Aufl., Weinheim und Basel: Beltz.

  1. Im Studienjahr 2015 wurden durch das Ausfüllen von mehr als 33.500 Fragebögen ca. 1.380 Lehrveranstaltungen von Studierenden bewertet.