Morphologie

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Morphologie

Die Morphiologie ist die Lehre vom Aufbau der Wörter. Sie erforscht die kleinsten bedeutungs- oder funktionstragenden Einheiten einer Sprache.

Ursprung

Die Morphologie geht im Ursprung auf Goethe zurück, welcher die Morphologie als Lehre der Formen bezeichnete. Goethe bezog sie zunächst auf die Naturwissenschaften, dort speziell auf die Bothanik, in welcher es die Lehre vom Aufbau der Pflanzen war. 1859 übernahm August Schleicherden Begriff in die Sprachwissenschaft und bezeichnete damit das Studium sprachlicher Fromen. Der Begriff Morphem wurde erstmal von Leonard Bloomfieldim Jahre 1933 verwendet.

Morphem & Allomorph

Das Morphem ist die kleinste bedeutungstragende Einheit der Sprache, aus Ihnen setzen sich die Worte zusammen.Auf der Ebene der Langue ist das Morphem die idealtypische Eihnheit, parrallel zum Phonem in der Phonologie. Auf der Ebene der Parol ist das Equivalent das Morph.

Es gibt 2 Arten von Morphemen, Lexikalische Morpheme, welche die inhaltliche Bedeutung angeben , und grammatische Morpheme, welche die gramatikalische Form eines Wortes angeben (z.b. -en bei angeben = Plural).

Allomorphe eines Morphems bezeichnen unterschiedliche Morphe welche die selbe Funktion bei unterschiedlichen Formen einnehmen. So zu Beispiel die Affixe -er bei Kinder, -en bei Fragen und das Nullmorphem in der/die bei der/die Wagen, welche alle zur bildung des Plurals herangezogen werden.

Wortbildung

Simplex

Wörter sind die sprachliche Einheit ihrer Morpheme, welche zusammen eine inhaltliche Bedeutung tragen. Das Simplex ist die einfachste Art des Wortes, es kann nicht mehr in kleinere Morpheme zerteilt werden und dient als Ausgangspunkt zur Wortbildung. Zum Beispiel Honig, Kuchen oder Pferd.

Flexion

Die Flexion ist die Beugung eines Grundmorphems, zu ihren Methoden gehören Konjugation, Deklination, Steigerung und Komparation.

z.B. brauche --> brauch- -----> Ich brauche Wasser.

Komposition

Bei der Komposition wird ein neues Wort aus 2 Grundmorphemen gebildet. Es können Nomen, Verben und Adjektive in jeder beliebigen Art kombiniert werden, wobei die das 2. Grundmorphem die Wortart des neu entstandenen Wortes angiebt.

z.B. lauf + Schuh = Laufschuh - Nomen

Es kann auch vorkommen, das beide Bestandteile gleichwertig sind, wodurch nicht geklärt werden kann, welcher Bestandteil bestimmt (Kopulativkomposita).

z.B. Sprech + Gesang = Sprechgesang - Nomen

Bei Possessivkomposita ergibt sich die Wortart aus dem Kontext. Sie bezeichen charakteristika die Bezeichnend für ein Ganzes sind.

z.B. Rot + Kehle (+ chen) = Rotkehlchen

Derivation

Bei der Derivation werden Worte durch Kombination von Grundmorphemen und Ableitungsmorphemen/Derivationsmorphemen hergestellt. Das Ursprungswort ändert dabei seine Bedeutung und wird in eine neue Wortart überführt.

z.b. scherzhaft. Nomen Scherz + Derivationsmorphem -haft = denominales Adjektiv scherzhaft

Kürzungen

Bei Kürzungen fällt ein Teil eines Wortes, wenn die Abkürzung besser klingt, aufgrund der Sprachökonomie weg, die Bedeutung des Wortes bleibt aber unverändert.

z.B. Professor = Prof

Akronyme & Abkürzungen

Für den täglichen Sprachgebrauch zu komplexe Wörter und Wortgruppen werden häufig durch ihre Anfangsbuchstaben abgekürzt, es wird jedoch als ganzes gesprochen.

z.b. Sommersemester = SS

Wenn dabei ein neues phonetisches Wort entsteht so handelt es sich um ein Akronym

z.B. Digital Versatile Disc = DvD

Konversion

Bei der Konversion werden durch die umsetztung eines wortes in andere Wortarten neue Wörter gebildet. Eine besonders häufige Form im Deutschen ist die Substantivierung.

z.B. das Verb fliegen wird zum Nomen die Fliege (Tier)

Literatur

Henning Bergenholtz, Joachim Mugdan: Einführung in die Morphologie. Kohlhammer, Mainz u.a. 1979.

Karl-Dieter Bünting: Einführung in die Linguistik. Anton Hain, Frankfurt am Main 1993

Cornelia Daheim, Susanne Feld, Alexandra Heising, TorstenPflugmacher: Alles, was Sie schon immer über Sprache wissen wollten, aber nie zu fragen wagten. LAUD Linguistic Agency, Essen 2007

Weblinks

L;nkolon [1]