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Willkommen im Projekt-Wiki der Germanistischen Institutspartnerschaft zwischen der Universität Duisburg-Essen (UDE) und der Fernöstlichen Föderalen Universität Wladiwostok (DWFU). Im September 2017 werden an der DWFU von Lehrenden der UDE die folgenden beiden Seminare durchgeführt. Für beide Seminare bildet das Wiki die zentrale Arbeitsumgebung.


SCHREIBEN IN DER DIGITALEN WELT (Prof. Dr. Michael Beißwenger / Lena Meyer, M. Ed.)


Digitale, internetbasierte Technologien verändern die Art und Weise, wie wir sprachlich kommunizieren und wie wir in Freizeit, Schule, Ausbildung und Beruf mit anderen zusammenarbeiten. Das Seminar widmet sich den Besonderheiten und Potenzialen des Schreibens mit den Mitteln des Netzes.

Im Zentrum des Seminars stehen zum einen Formen des kooperativen Schreibens in netzbasierten Schreibumgebungen. Die Studierenden erhalten eine praktische Einführung in die Arbeit mit Wikis und verfassen in Teams deutschsprachige Texte für das Projekt klexikon.de, in dem nach dem Vorbild der Wikipedia eine Online-Enzyklopädie für Kinder entsteht. Dabei wird in allen Phasen des Schreibprozesses mit den Herausforderungen kooperativen Schreibens (des Planens, Formulierens, Evaluierens, Überarbeitens) experimentiert. Die dabei gemachten Erfahrungen werden begleitend und abschließend auf dem Hintergrund eines Modells der Textproduktion reflektiert.

Im zweiten Teil des Seminars beschäftigen wir uns mit Besonderheiten der schriftlichen Kommunikation in WhatsApp, Facebook, Instagram und vergleichbaren Kommunikationsanwendungen. Ausgehend von Datenbeispielen aus einer WhatsApp-Gruppe zum Seminar analysieren wir typische Phänomene des Schreibens für die Interaktion und diskutieren Unterschiede der Sprachverwendung in deutschen und russischen WhatsApp-Chats.

Zu den Themen des Seminars werden Materialien und einführende Texte bereitgestellt, die die Studierenden für die Vertiefung des Themas verwenden können. Das Seminar schließt mit einem Ausblick auf aktuelle Projekte und Forschungsfragen rund um das Seminarthema.


VON DER KOHLE ZUR KULTUR“ – Sprachpraktische Übungen am Beispiel der Geschichte der Strukturwandelregion Ruhrgebiet (Mathias Meyer, B.A.)


Gegenstand dieses Seminars ist der strukturelle Wandel des Ruhrgebiets von der industriellen Revolution des 19. Jahrhunderts bis heute. Das Ruhrgebiet liegt im Westen der Bundesrepublik Deutschland und stellt mit 5 Millionen Einwohnern den größten Ballungsraum Deutschlands dar.

Das Ruhrgebiet verdankt seine Entstehung der Industrialisierung, die in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in diesem Gebiet zwischen Rhein und Ruhr Einzug hielt. Bereits im 19. Jahrhundert existierten im Ruhrgebiet über 200 Zechen, in denen Kohle zu Tage gefördert wurde. Während des gesamten Zeitraums des Kohlebergbaus waren es circa 3200. Die wirtschaftliche Expansion dieser Region machte das Anwerben neuer Arbeitskräfte nötig. Dadurch stieg die Bevölkerungszahl explosionsartig an, sodass aus ehemals kleinen Städten, wie Essen, Bochum und Dortmund, Großstädte wurden.

Die anhaltende Phase des Strukturwandels begann, als im Laufe des 20. Jahrhunderts die Kohle- und die Stahlkrise einsetzten. Die Wirtschaftsfaktoren Kohle und Stahl fielen dadurch nach und nach weg. Gekennzeichnet ist diese Phase durch wirtschaftliche Anpassungsschwierigkeiten und den Wegfall von Arbeitsplätzen in der Kohle- und Stahlindustrie. Andererseits erfolgt aber auch ein Ausbau von kulturellen Angeboten. So weist das Ruhrgebiet bereits heute eine hohe Anzahl hochrangiger Einrichtungen und Angebote aus den Bereichen Kultur, Bildung, Freizeit und Sport auf. Genannt werden können hier das UNESCO-Welterbe Zollverein, das Bergbaumuseum, das Folkwang-Museum, das Dortmunder U, die Universitätsallianz Ruhr, viele bekannte Kultur- und Musikfestivals sowie die großen Fußballvereine der ersten und zweiten Bundesliga. Aufgrund dieser Vielfalt an kulturellen Angeboten wurde das Ruhrgebiet und die Stadt Essen im Jahr 2010 mit dem Titel Kulturhauptstadt Europas ausgezeichnet. Aktuell erhielt die Stadt Essen im Zentrum des Ruhrgebiets zudem den Titel Grüne Hauptstadt Europas 2017. Die erfolgreiche Transformationsgeschichte einer Kohle- und Stahlstadt zur grünsten Stadt in Nordrhein-Westfalen ist Vorbild für viele Städte Europas im Strukturwandel.

Insgesamt ist festzuhalten, dass sich der ehemalige Bergbaustandort Ruhrgebiet von der Eröffnung der ersten Zechen hin zu einer der kulturreichsten Regionen des 21. Jahrhunderts in Deutschland entwickelt hat.

Im Seminar werden die fachlichen Inhalte über verschiedene sprachpraktische Zugänge erworben. Neben Texten kommen auditive und visuelle Medien zum Einsatz. Die Ergebnisse des Seminars werden zum einen in Form von Artikelentwürfen für das Projekt klexikon.de dokumentiert und zum anderen interaktiv und mithilfe von LearningApps aufbereitet.


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